Wissenswertes über Honig

Wussten Sie eigentlich, dass die Meisten der Honige, die in Deutschland verzehrt werden, importiert sind? Die Produktion von Honig in Deutschland reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken. Nur etwa rund 20% des in Deutschland verbrauchten Honigs stammt aus einer deutschen Imkerei. In Deutschland erzeugter Honig ist also rar und dadurch kostbar, insbesondere als naturbelassenes, unverändertes und vor allen Dingen regional erzeugtes Produkt bester Qualität.

Die Nachfrage nach „Echtem deutschen Honig“ übersteigt daher bei weitem das Angebot. Das liegt daran, dass die Deutschen auf einem Spitzenplatz im weltweiten Honigverzehr liegen: Rund 1,1 kg werden pro Kopf und Jahr „vernascht“.

* Quellen: Statistisches Bundesamt sowie  Importzahlen und Verbrauchsverhalten  oder auch hier

Honig…

… entsteht indem Bienen Nektar oder Honigtau aufnehmen, mit körpereigenen Stoffen anreichern, in Waben speichern und dort zu Honig reifen lassen.

Wie geht das nun genau?

Die Biene saugt den Nektar (oder Honigtau) mit ihrem Rüssel auf und nimmt diesen in einer körpereigenen „Honigblase“ auf. Diese ist übrigens nur dafür da, Nektar und Honig zu transportieren. Der Nektar wird auf diese Weise von der Biene in den Bienenstock befördert und an „Stockbienen“ – die noch nicht zum Sammeln ausfliegen – weitergegeben. Im Bienenstock wird der Nektar in Zellen der Honigwaben gelagert, von den Bienen bearbeitet und mehrfach innerhalb des Bienenstocks umgelagert. Dabei verliert der Nektar immer mehr Wasser und entwickelt sich zum Endprodukt. Dabei gelangen Säuren, Enzyme und Eiweiße in den Nektar und bewirken eine Umwandlung der im Nektar enthaltenen Zucker.  Der Nektar wird dabei eingedickt, und es entstehen sogenannte „Inhibine“, eine allgemeine Bezeichnung für Stoffe, die das Wachstum von Hefen und Bakterien hemmen. Das fertige Produkt nennen wir dann Honig, der am Ende idealerweise einen Wassergehalt von etwa 18% aufweist. Perfekt!

Der jetzt fertige Honig wird nun mit einer undurchlässigen Wachsschicht überzogen (verdeckelt). Der Wasseranteil ist wichtig für die Haltbarkeit und den Geschmack des Honigs. Bei einem Wassergehalt weit über 20% könnte es durch Heftbakterien zu einer Gärung des Honigs kommen, außerdem würde der Honig auch wässrig schmecken. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind in der deutschen Honigverordnung diese Qualitätskriterien verbindlich geregelt. Der Deutsche Imkerbund (DIB) setzt sogar noch einen drauf, Honig in DIB- Gläsern und dem entsprechenden Gewährverschluss – wie auch wir ihn zum Verkauf anbieten -, darf maximal 18 % Wasseranteil aufweisen.

Da Honig Feuchtigkeit über die Umgebungsluft aufnimmt, also hygroskopisch ist, sollten Sie das Honigglas immer gut verschlossen halten.

Zuckerarten

Honig besteht aus einer Mischung verschiedener Zucker und Wasser. Zudem sind Proteine, Enzyme, Pollen, Mineralstoffe, Vitamine sowie verschiedene Farb- und Aromastoffe enthalten.

Hauptbestandteil ist Saccharose bzw. seine Bausteine Frucht- sowie Traubenzucker (Glukose und Fruktose). Das Verhältnis dieser Zucker hat Einfluss auf den Geschmack und die Beschaffenheit des Honigs. Fruktose wird dabei als „süßer“ empfunden. Der Vorteil dabei ist, man braucht weniger Honig, um die gleiche Süße zu erreichen. Übrigens, bei höherem Traubenzuckeranteil (Glukose) kristallisiert der Honig schneller. Das Kristallisieren ist also kein Qualitätsverlust, sondern lediglich ein Indikator für das Verhältnis der im Honig enthaltenen Zuckerarten.

Der Wasseranteil ist wichtig für die Haltbarkeit des Honigs und daher ein Qualitätskriterium. Je weniger Wasser er enthält, desto haltbarer ist er, denn bei einem Wassergehalt weit über 20% könnte es durch Hefebakterien im Honig zu einer Gärung des Honigs kommen. Die Bienen schaffen es jedoch, den Wassergehalt im Honig unter diesen Wert zu drücken und die Waben erst danach zu verdeckeln.

    

Quelle: Deutscher Imkerbund

Was ist Honigtau?

Honigtau ist ein Zucker- und Aminosäurehaltiges Ausscheidungsprodukt verschiedener, sogenannter „Schnabelkerfe“, vor allem der Blattläuse, Schildläuse, Blattflöhe, Mottenschildläuse sowie verschiedener Zikaden. Diese Insekten ernähren sich vom Saft aus den Siebröhren verschiedener Pflanzen, die von außen mit einem dünnen Stechrüssel angebohrt werden. Durch den hohen Druck in den Röhren nehmen die Tiere viel zu viel Flüssigkeit auf und geben diese in Form von süßem Honigtau wieder ab, der von den Bienen gesammelt, zu Honig verarbeitet wird.

Kohlenhydrate und Kalorien

Klar, Kalorien hat Honig natürlich auch. 100 Gramm Honig enthalten rund 282 bis 302 Kalorien (kcal).

Allzu viele Sorgen sollten Sie sich um die Kalorien im Honig aber nicht machen: Bedenken Sie, dass 100 Gramm Honig ein Fünftel des Honigglases sind.  Solange Sie ihn nicht „Esslöffelweise“ verzehren, ist Honig durchaus auch mit einer Diät vereinbar – und als kleines, süßes Extra am Anfang des Tages sicherlich geeigneter als beispielsweise Schokolade, die neben Zucker auch noch viel Fett mitbringt. Honig hingegen enthält nur 0,1 Gramm Fett pro 100 Gramm.

Würden Sie den Inhalt von einem 500 g Glas auf einmal vertilgen, hätten Sie rund 1530 kcal zu sich genommen – fast den Tagesbedarf an Kalorien. Aber, wer schafft das schon?

Blütenpollen wird von den Bienen bei der Aufnahme von Nektar automatisch mit aufgesammelt, dieser ist sehr eiweißreich!

Mineralstoffe (Calcium, Magnesium und Kalium) sind auch in kleinen Mengen im Honig enthalten und können bei manchen Honigen zu einem leicht salzigen Geschmack führen.

Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Zink und Mangan sind ebenfalls in sehr geringen Mengen enthalten. Eisen beispielsweise, als Teil des Hämoglobins, ist lebenswichtig für den Sauerstofftransport im Blut.

Vitamine sind im Honig auch vorhanden und je nach Honigsorte sehr variabel, hauptsächlich ist das Vitamin C Vertreten. Zusätzlich wirken sich über 180 Farb- und Aromastoffe auf den Geschmack des Honigs aus.

Kann man ursprünglich flüssigen Honig noch essen, wenn er fest geworden ist? Ist das gar ein Zeichen dafür, dass er schlecht geworden ist?

Sie können den Honig bedenkenlos weiterverwenden. Das Festwerden, Kristallisieren oder Kandieren von Honig ist eher ein Zeichen für Qualität bei unbehandeltem Honig. Es handelt sich also um einen natürlichen Vorgang. Im Laufe der Zeit bilden sich im Honig bei der Lagerung mehr und mehr Zuckerkristalle, die ihn allmählich fest werden lassen. Wie schnell der Honig kandiert, hängt von der Sorte ab. Rapshonig beispielsweise kandiert besonders schnell, Akazienhonig sehr langsam durch den größeren Anteil an Traubenzucker.

Industriell bearbeiteter Honig bleibt flüssig, da er wärmebehandelt und zusätzlich filtriert wird.

Übrigens, kandierter Honig wird wieder geschmeidig, wenn man das Honigglas in einem Wasserbad leicht erwärmt. Achten Sie darauf, dass die Temperatur nicht über 40 Grad Celsius steigt!

Darf ich Honig bedenkenlos erhitzen?

Honig sollte nicht über 40ºC erwärmt werden, da er viele wärmeempfindliche Inhaltsstoffe enthält! In einem handwarmen Wasserbad kann man Honig langsam wieder „weich“ werden lassen.

Warum bleiben einige Honigsorten flüssig andere werden fest?

Unbehandelter Honig wird über kurz oder lang fest. Die Konsistenz eines Honigs hängt vor allem von der Zusammensetzung des natürlichen Zuckers ab. Enthält ein Honig besonders viel Fruchtzucker (Fruktose), so bleibt er lange flüssig. Ist dagegen mehr Traubenzucker (Glukose) enthalten, kristallisiert er schon bald nach der Ernte aus. Auch die Fermente (Enzyme) im Honig bewirken eine Umwandlung der Zucker. Deshalb kristallisiert Honig mit der Zeit aus und wird umso fester, je länger er lagert.

Warum bleibt Honig im Supermarkt flüssig?

Dem flüssig bleibenden Honig sind organische und anorganische Fremdbestandteile, aber auch Honigbestandteil wie Pollen, durch Druckfiltration entzogen worden. Durch die Entfernung der festen Bestandteile fehlen die „Kristallisationskeime“, die für den Start der Kristallisation verantwortlich sind. Zusätzlich werden Enzyme durch Hitze inaktiviert.

Wie lange ist Honig haltbar?

Bei richtiger Lagerung ist Honig im Prinzip „unbegrenzt“ haltbar, so sagt man. Richtig ist aber: Honig ist haltbar, bis unter angemessenen Lagerbedingungen die spezifischen Eigenschaften verloren gehen. Nach allgemeiner Empfehlung kann bei schonender Behandlung im Imkereibetrieb von einer Haltbarkeit von 2 Jahren nach der Abfüllung ausgegangen werden. Der Honig verliert bei langer und unsachgemäßer Lagerung einen Teil seiner wertgebenden Inhaltsstoffe. Daher wird in der Regel von 24 Monaten Lagerfähigkeit ausgegangen.

Wie lagert man Honig am besten?

Honig sollte dunkel, trocken und nicht zu warm aufbewahrt werden. Da Honig schnell Fremdgerüche annimmt und stark wasseranziehend (hygroskopisch) ist, sollte er am besten in einem fest verschlossen Glas gelagert werden.

Wie viel müssen die Bienen arbeiten, um ein Kilo Honig zu erzeugen?

Um ein Kilo Honig zu erzeugen, muss eine Biene ca. 3 Kilogramm Nektar sammeln. Um diese Menge Nektar zu sammeln, muss die Biene bis zu 15 Millionen Blüten befliegen. Dabei legt sie eine Strecke von ungefähr 160.000 Kilometern zurück. (Bitte, das ist nur ein Rechenbeispiel)

Wirkung von Honig

Honig ist in der Mythologie eine kostbare und heilsame Naturnahrung. Honig steht für Reichtum und Fülle. Die Israeliten suchten nach dem Land in dem Milch und Honig fließt.

In der ägyptischen Mythologie des Honigs und der Bienen galten Bienen als die herabgefallenen Tränen des Sonnengottes Ra. Somit galt Honig nicht nur als Speise der Götter und der Toten, sondern auch als ein Mittel zur spirituellen Selbsterkenntnis. In der griechischen Mythologie heißt es weiter, dass die Götter ihre Unsterblichkeit durch den Honig erhielten.

Hippokrates, berühmter Arzt der Antike, beschied dem Honig eine fiebersenkende Wirkung sowie Wundheilungskräfte. In der Tat hat Honig hat eine antibakterielle Wirkung und kann als Hausmittel bei Erkältungen, Magen-Darm-Erkrankungen und sogar bei Hautkrankheiten eingesetzt werden, ebenso wie bei der Wundheilung. Aufgrund seiner vielen Inhaltsstoffe ist Honig auch ein reichhaltiges Süßungsmittel mit einem hohen Wert für die Ernährung.

Honig ist Lebensmittel

und bei Lebensmittel spielt Vertrauen eine große Rolle. Eine gute Hygienepraxis und betriebliche Eigenkontrollen sind wichtige, qualitätssichernde Maßnahmen, um ein einwandfreies Lebensmittel von hoher Qualität zu erzeugen. Dies gilt auch für das Ernten, Schleudern und Abfüllen von Honig in unserer Imkerei.